Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Schiedsrichter-Affäre beim DFB
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Bildung und Kultur | 2010-03-05 00:50:43

Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Schiedsrichter-Affäre beim DFB

Rostock (ots) - Das Image von DFB-Präsident Theo Zwanziger hat
tiefe Kratzer. Erst der Wettskandal. Dann die kläglich gescheiterten
Vertragsverhandlungen mit Joachim Löw. Und nun der Fall des
Schiedsrichters Amerell.
Zwanziger ist mitten drin im Schlamassel. Er will es nur nicht
zugeben. Der DFB-Boss sagt, er wolle mit dem (Tabu-)Thema klar,
offensiv und transparent umgehen. Offensichtlich ist aber, dass er
das Problem schnell "beerdigen" möchte. Verständlich, dass der DFB
keine öffentliche Diskussion über sexuelle Neigungen seiner Referees
führen will. Generell sind sie nicht von Belang. Doch weil zwischen
Amerell und Kempter im sportlichen Bereich ein
Abhängigkeitsverhältnis bestand, ist es eben keine
Privatangelegenheit mehr.
Der Fall hat Ausmaße erreicht, die nicht mehr zu verschleiern sind.
Lange hat der Verband versucht, die Geschichte zu deckeln. Noch immer
will Zwanziger sie als Privatsache deklarieren. So geht das aber
nicht. Sollte sich bewahrheiten, dass Amerell Kollegen sexuell
genötigt hat, muss es beim DFB Konsequenzen geben. Wer hat was, wann
gewusst und geschwiegen? Mit der Vogel-Strauß-Politik ist die Affäre
nicht aus der Welt zu schaffen. Zwanziger sagt es selbst: Transparenz
führt zur Aufklärung. Also bitte!  
 
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