WAZ: Fernsehpreise -
Grimme entdeckt Spaß
- Leitartikel von Jürgen Overkott
Essen (ots) - Das Grimme-Institut und seine unabhängige Jury haben
Qualitätsfernsehen gefördert, so lange sie Preise vergeben, und sie
vergeben die Trophäen schon ziemlich lange, dieses Jahr zum 46. Mal.
Qualitätsfernsehen - das stand sehr oft für tiefsinnige Fernsehspiele
und hintersinnige Dokumentationen. Scherz, Ironie, Satire wurden eher
beiläufig gewürdigt.
Das ändert sich jetzt. Mit Grimme-Preisen für Oliver Welkes
"heute-show" (ZDF) und "Ina Nacht" (ARD) honoriert die Jury den Mut
der Öffentlich-Rechtlichen, in der intelligenten Unterhaltung Neues
zu wagen - und das in der Krise, wo TV-Gewaltige Experimente
gemeinhin stärker meiden als Mäuse die Katze. Grimme indes entdeckt
den Spaß.
Ein weiteres Ausrufezeichen hat die Jury gesetzt, in dem sie
demonstrativ zwei Info-Formate des Privatfernsehens auszeichnete - in
Zeiten, wo sich mancher Buchhalter in der Branche die Nachrichten
sparen will. Bei N24 singen sie davon ein garstig' Lied.
Und noch eines: Sowohl die "Karawane der Hoffnung" im Rahmen von
"Galileo Spezial" bei ProSieben als auch die DSF-Doku "Tabubruch"
über schwule Fußballer zeigen, dass auch bei den Privaten gutes
Fernsehen machbar ist. Die Grimmes machen Mut - Filmemachern wie
Programm-Entscheidern.
bearbeiten: WAZ: Fernsehpreise -
Grimme entdeckt Spaß
- Leitartikel von Jürgen Overkott