WAZ: Hilfe und Trost aus Datteln. Kommentar von Petra Koruhn
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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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Bildung und Kultur | 2010-04-23 01:48:52

WAZ: Hilfe und Trost aus Datteln. Kommentar von Petra Koruhn

Essen (ots) - Tausende Kinder sterben jährlich, weil noch keine
Therapie gefunden wurde, die ihr Leben retten kann. Es ist eine
Tragödie, auch für Eltern, die sich mit der Trauer um das sterbende
Kind oft allein gelassen fühlen. Gut, dass Datteln mit dem
Kinderpalliativ-Zentrum ein Signal setzt.

Palliativmedizin, also eine Medizin, die Schmerzen lindert, gerät
erst nach und nach ins Bewusstsein der Ärzte. Wie lange hat es
gedauert, bis wir über Hospize für todgeweihte Erwachsene verfügen
konnten?

Kinder jedoch benötigen eine andere Sterbebegleitung als
Erwachsene. Wenn ein Kind unheilbar krank ist, weil es zum Beispiel
unter einer schweren Stoffwechselstörung leidet, kann es noch Jahre
leben. Dann geht es darum, ihm eine kindgerechte Schmerztherapie zu
bieten. Kinder werden viel zu oft wie Mini-Erwachsene behandelt, weil
es an Wissen fehlt. Ja, die Medizin für Kinder wird vernachlässigt;
auch weil sie für die Pharma-Industrie uninteressant ist. Es klingt
zynisch, aber zu wenige Kinder sind sterbenskrank, als dass sich
industrielle Forschung "lohnt".

Das Zentrum in Datteln wird Eltern Hilfe sein, vielleicht sogar
Trost. Weil sie wissen, dass die Medizin hier genau auf die
Bedürfnisse ihres Kindes ausgerichtet ist. Palliativmedizin heißt vor
allem: Das Leben bis zum Ende lebenswert gestalten.  
 
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