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Bildung und Kultur | 2010-05-07 01:36:04

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Anklage gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden

Bielefeld (ots) - Für eine Anklage gegen den Vater des
Amokschützen von Winnenden wegen fahrlässiger Tötung hatte die
Staatsanwaltschaft noch im vergangenen Jahr plädiert. Es sollte ein
Prozess werden, der wachrüttelt - ein »generalpräventives Signal«
wollte der Generalstaatsanwalt setzen. Künftig sollten Waffenbesitzer
sich nicht damit rausreden können, dass sie keine Ahnung gehabt
hätten. Doch das Gericht hat nur den Vorwurf des Verstoßes gegen das
Waffenrecht zugelassen, und die Staatsanwälte ziehen mit. Die
Angehörigen der 15 Opfer sind enttäuscht - zu Recht. Zwar wurde das
Waffenrecht verschärft, doch das hilft wenig, wenn Schusswaffen der
Eltern in Tresoren eingeschlossen sind, ihre Kinder aber die Türen
doch öffnen können. Sicher haben bereits die Tat und der Tod von Tim
K. seinen Vater mehr als erträglich gestraft. Auch kann kein Urteil
der Welt das Leid der Hinterbliebenen aufwiegen - egal, ob der
51-Jährige nun zu einer Haftstrafe oder »nur« zu einer Bewährungs-
oder Geldstrafe verurteilt wird. Das alles ändert jedoch nichts
daran, dass die Gelegenheit, Waffenbesitzer eindringlicher an ihre
Sorgfaltspflicht und ihre Verantwortung zu erinnern, nicht verpasst
werden darf.  
 
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