Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Kulturhauptstadt / Still-Leben
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Bildung und Kultur | 2010-07-22 04:01:43

Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Kulturhauptstadt / Still-Leben

Osnabrück (ots) - Nachhaltigkeit

Die Welt hat ein Party-Format mehr: das "Still-Leben", für das ein
Autobahnabschnitt zur Kultur-Partymeile wird. Die Ruhr-2010-Erfindung
hat das Zeug zum Exportschlager: Hattenbacher Dreieck, Irschenberg
oder Elbtunnel stehen als Knotenpunkte des deutschen Autobahnnetzes
den Strecken im Ruhrgebiet in nichts nach und sind damit
prädestiniert als Location für ähnlich gelagerte Spektakel.

Nun bleibt damit zwar die Einmaligkeit des Kulturfests auf der
Strecke, wird der positive Ausnahmezustand zur drögen Regel. Aber ein
Erfolg beweist sich offenbar erst in seiner Wiederholbarkeit: Deshalb
erwarten wir von Lena Meyer-Landrut weitere Siege beim
Schlager-Grand-Prix, deshalb lechzen wir nach Fußball-Sommermärchen,
deshalb muss die an sich nette Idee des Still-Lebens ihren Wert ein
zweites, drittes, x-tes Mal unter Beweis stellen.

Aber die Kulturhauptstadt will ja auch kein einmaliges
Event-Feuerwerk abfackeln, sondern Nachhaltiges schaffen. Das
Ruhrgebiet sollte sich deshalb schon mal das Copyright sichern für
den Fall, dass das "Still-Leben" zum Exportschlager wird.  
 
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